Deine Markenentwicklung ist ein Neuanfang.

Stell dir vor, du hast zwei Gärten: Einen, dessen Grundstück damals richtig viel Geld gekostet hat und in dem du schon richtig viel gemacht hast. Du hast ihn komplett umgegraben, eine Menge Geld investiert und alles eigenhändig in mühevoller Arbeit bepflanzt. Leider liegt dieser Garten komplett im Schatten, weswegen hier kaum etwas wächst und gedeiht. Dein Zweiter Garten ist ein ungepflegtes Grundstück, dass du irgendwann mal für wenige Euros bekommen hast.

Auf welchem Grundstück wäre es nun Sinnvoll, Tomaten anzubauen? Selbstverständlich in dem Garten, der die besten Wachstumsbedingungen hat. Wie viel du in der Vergangenheit in die beiden Gärten investiert hast, ist dabei völlig uninteressant.

Stell dir vor, du hättest dir irgendwann mal ein sehr teures Segelboot gekauft. Du hast es selbst restauriert und dein gesamtes Herzblut steckt hier drin. Ein modernes Motorboot hast du irgendwann mal günstig ersteigert. Mit welchem Boot würdest du fischen gehen, um mit dem geangelten Fisch eine neue Firma aufzubauen? Selbstverständlich mit dem Boot, welches sich besser zum Fischen eignet. Wie viel emotionalen Wert die beiden Boote haben, sind dafür komplett irrelevant.

Viele Unternehmen betrachten die Vergangenheit, bevor sie in die Zukunft schauen. „Wir haben doch dieses Jahr eine neue Webseite bekommen.“ Das mag stimmen, aber wenn die Webseite scheiße ist, sind die versenkten Kosten zwar ärgerlich, sie dürfen aber niemals der Grund sein, keine sinnvolle Investition zu tätigen.

Wer auf den teuren Garten, das liebevoll restaurierte Boot und die letztens neu aufgesetzte Webseite setzt, macht einen Fehler. Natürlich sind falsch investierte Budgets ärgerlich, doch niemand hat etwas davon, wenn du zukünftig auf die falschen Pferde setzt, nur weil sie dir in der Vergangenheit mehr abverlangt haben.

Beginne mit einem weißen Blatt Papier.

Diese Erkenntnis ist elementar wichtig für den beginn jeder Markenentwicklung. Du stehst vor einem Neuanfang, in dem Altlasten nicht übernommen werden müssen, nur weil sie irgendwann mal viel Geld gekostet haben.

Sage niemals: „Wir hätten gerne ein neues neues Branding, doch dieser eine Film über uns, der muss unbedingt mit auf die neue Webseite. Das war damals ein großer Akt, bis der von allen Verantwortlichen freigegeben wurde.“ – Du wirst dir aus nostalgischen Gründen die Zukunft selbst verbauen.

Sage niemals: „Wir haben noch 5.000 Visitenkarten. Wir machen alles neu, aber die Dinger bleiben, bis sie weg sind.“ – Du wirst eine Schwachstelle in deiner Markenwelt haben und das nur aus Prinzip.

Das bedeutet nicht, dass du alles Bestehende prinzipiell über Board werfen sollst. Nicht alles muss neu gemacht werden, nur um es neu zu machen. Ist eine bestehende Sache sinnvoll, baue sie in deine neue Ausrichtung ein. Ist sie nicht förderlich, verabschiede dich von der Vergangenheit und nutze den Neuanfang als Chance, endlich damit abzuschließen.


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