
Du bist nicht Apple.
Hör auf zu tun, was Apple tut. Du hast ganz andere Herausforderungen.
Jeder spricht von sich selbst und niemand hat danach gefragt.

„Willkommen auf unserer Webseite!“ Danach folgen eine Auflistung der Produkte oder der Leistungen, die Firmengeschichte und eine Mission, von der ohnehin jeder weiß, dass sie mit der Realität wenig zu tun hat. Das sind Monologe. Unternehmen sprechen über sich selbst. Wie viel Relevanz solche Inhalte auf der eigenen Webseite tatsächlich haben, darf jeder für sich beurteilen.
Stell dir vor, du hast ein Blind Date und dein Gegenüber redet die ganze Zeit über sich selbst. Wie lange dauert es, bis du innerlich abschaltest? Zwei Minuten? Drei? Vielleicht fünf, wenn du höflich bist. Genau so fühlen sich die meisten Webseiten an. Auf der Startseite steht, wann das Unternehmen gegründet wurde. Es wird gezählt, wie viele Mitarbeitende es beschäftigt. Dazu kommen angeblich gelebte Werte und der Hinweis auf jahrzehntelange Qualität.
Für das jeweilige Unternehmen mögen diese Informationen wichtig sein, die Besucher interessieren sich in den meisten Fällen jedoch für etwas völlig anderes. Wer nach einem Dienstleister sucht, lässt sich nicht von einem „Herzlich willkommen“ überzeugen. Wer eine bestimmte Dienstleistung braucht schert sich nicht darum, was deine Agentur unter der Headline „Unsere Mission“ über deine tollen Absichten geschrieben hat. Wer ein bestimmtes Produkt googelt, interessiert sich einen Scheiß dafür, in welchem Jahr du deine neuen Büroräume bezogen hast.
Menschen besuchen eine Webseite selten, um mehr über dein Unternehmen zu erfahren. Sie kommen mit einem Problem, suchen nach einer Lösung oder möchten ein bestimmtes Produkt finden. Sie brauchen Orientierung. Oft suchen sie auch eine einfache Entscheidungshilfe. Außerdem möchten sie wissen, ob du ihr Problem lösen kannst. Sie fragen sich, wie hoch das Risiko einer Zusammenarbeit ist und ob sie dir vertrauen können. Dabei haben sie weder die Zeit noch die Geduld, deine komplette Unternehmensgeschichte zu lesen. Sie scannen Überschriften und überfliegen Absätze. Dabei achten sie vom Beginn des Webseitenbesuchs an vor allem auf ein Signal: „Bin ich hier richtig?“ Bleibt diese Frage in den ersten Sekunden unbeantwortet, sind sie wieder weg.
Jeder Satz, der ausschließlich dein Unternehmen beschreibt, kostet Aufmerksamkeit, ohne einen echten Mehrwert zu liefern. Genau diese Aufmerksamkeit fehlt später bei den Botschaften, die tatsächlich überzeugen sollen. Mehr Informationen führen nicht automatisch zu mehr Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: Sie lenken die Energie, die dir ein Besucher freiwillig schenkt, auf Inhalte, die keinen Beitrag zur gewünschten Meinungsänderung oder Handlung leisten. Eine gute Webseite konzentriert sich deshalb auf die Informationen, die Besucher für ihren nächsten Schritt brauchen. Alles andere stört und sorgt dafür, dass dein eigentliches Ziel nicht erreicht wird.
Selbstverständlich können eine Unternehmensgeschichte, gewisse Kennzahlen oder ein bisschen Storytelling über dich selbst hilfreich sein, Vertrauen aufzubauen. Dabei kommt es jedoch auf die Platzierung dieser Inhalte innerhalb der Navigationsstruktur an. Jede einzelne Unterseite deiner Webseite hat ein bestimmtes Ziel und sollte nur die Inhalte aufzeigen, die auf dieses Ziel einzahlen. Stell dir für jede Unterseite drei Fragen:
Du wirst sehen, dass die Intention des Users und die Informationen, die du anbietest, selten miteinander matchen. Eine Produktseite muss nicht vermitteln, dass du nachhaltig arbeitest. Eine Leistungsseite muss keine Geschichte beinhalten. Genau so wären deine Produkte oder Leistungen auf deiner „Über uns“ Seite fehlplatziert. Nur wer die Intention eines Besuchers für jede Unterseite kennt und versteht, kann ihm die passenden Informationen in der passenden Form anbieten.

Hör auf zu tun, was Apple tut. Du hast ganz andere Herausforderungen.

Ein winziges Detail kann verändern, wie dich deine Kunden wahrnehmen.

Reichweite bringt dir nichts, wenn am Ende niemand kauft.

Menschen glauben keine Aussagen von Unternehmen. Sie glauben ihren eigenen Erfahrungen.